Viel zu gegensätzliche Interessen
Leben ist nicht Lebertran
(Eine Osterpredigt, aus gegebenem Anlass)
Wenn du zum Beispiel nur auf Punk stehen würdest, und ich, sagen wir mal, auf Achim Menzel; oder wenn du am liebsten Schweinebraten hättest und ich wäre Vegetarier; oder ich wäre Pastor und du Richard Dawkins - alles keine unüberwindlichen Hürden. Kriegt man schon irgendwie hin.
Aber eines ginge nicht, Baby: Dass du NPD wärst und ich Antifa. Das überbrückt die größte Liebe nicht. Da würde ich sagen: Mach, dass du da raus kommst, sonst bin ich weg.
Und genauso ist das mit Leben und Tod. Wenn du mit dem Tod flirtest, Baby, wenn du ihm deine Phantasien widmest, ihn zum Gegenstand deiner Wünsche machst, wenn du DEN für die große Lösung aller Probleme hältst: Dann haben wir uns nicht mehr viel zu sagen. Ich interessiere mich fürs Leben, und ich will nur mit Leuten zu tun haben, die da mitmachen. Und von denen, die es mit dem Tod halten, halte ich mich fern.
Und es ist mir ganz egal, ob diese Entscheidung vielleicht mangelhaft begründet ist.
Stimmt schon, dass eine Menge gegen das Leben spricht. Es ist der Ort, an dem es solche Plagen gibt wie Mario Barth und das Finanzamt, den Zahnschmerz, die Scham, die Schuld. Um nur mal einige zu nennen. Und doch ist es, frei nach Woody Allen, eben auch der einzige Ort, an dem man ein anständiges Steak bekommt. Und es ist der Ort, an dem man immer irgendeine Wahlmöglichkeit hat. Meist sogar mehrere. So eine Art Freiheit, so mangelhaft die auch sein mag. Und keine Ahnung warum, aber aus irgendeinem Grund finde ich das besser.
Im Tod dagegen gibt es überhaupt keine Wahl mehr. Wie kannst du dir das nur als Befreiung vorstellen. Was soll das mit Freiheit zu tun haben. Das ist das Ende jeder Freiheit. Der Tod kommt ganz von selbst und früh genug. Der braucht dich nicht für seine Geschäfte. Der hat dir nichts zu geben. Der ist der ultimative Drecksack. Wenn du es dir mit mir nicht ernsthaft verderben willst, Baby, hältst auch du dich von dem fern.
Und komm mir nicht mit "naja, mit dir wär ich schon bereit, noch eine Weile zu leben". Das klingt wie: Wenn du lieb zu mir bist, zünde ich vielleicht eine Weile lang keine Ausländer an. Oder wie: Wenn ich ein ganz ganz großes Eis bekomme, nehme ich auch einen Löffel Lebertran. Keine Chance.
Überzeug mich, dass du leben willst, egal ob mit sonem coolen Typen wie mir oder ohne. Noch so mindestens dreißig, vierzig Jahre. So lange will ich übrigens auch noch hier sein. Mindestens.
Und wenn du mich soweit hast, dass ich dir das abnehme: Dann können wir gerne sehen, was wir gemeinsam Tolles auf die Beine stellen können. Ich könnte mir da einiges vorstellen.
Aber erst steigst du bei diesen Nazis aus. Jetzt gleich. Ich sag das nur einmal. In dem Punkt bin ich Antifa.
(Eine Osterpredigt, aus gegebenem Anlass)
Wenn du zum Beispiel nur auf Punk stehen würdest, und ich, sagen wir mal, auf Achim Menzel; oder wenn du am liebsten Schweinebraten hättest und ich wäre Vegetarier; oder ich wäre Pastor und du Richard Dawkins - alles keine unüberwindlichen Hürden. Kriegt man schon irgendwie hin.
Aber eines ginge nicht, Baby: Dass du NPD wärst und ich Antifa. Das überbrückt die größte Liebe nicht. Da würde ich sagen: Mach, dass du da raus kommst, sonst bin ich weg.
Und genauso ist das mit Leben und Tod. Wenn du mit dem Tod flirtest, Baby, wenn du ihm deine Phantasien widmest, ihn zum Gegenstand deiner Wünsche machst, wenn du DEN für die große Lösung aller Probleme hältst: Dann haben wir uns nicht mehr viel zu sagen. Ich interessiere mich fürs Leben, und ich will nur mit Leuten zu tun haben, die da mitmachen. Und von denen, die es mit dem Tod halten, halte ich mich fern.
Und es ist mir ganz egal, ob diese Entscheidung vielleicht mangelhaft begründet ist.
Stimmt schon, dass eine Menge gegen das Leben spricht. Es ist der Ort, an dem es solche Plagen gibt wie Mario Barth und das Finanzamt, den Zahnschmerz, die Scham, die Schuld. Um nur mal einige zu nennen. Und doch ist es, frei nach Woody Allen, eben auch der einzige Ort, an dem man ein anständiges Steak bekommt. Und es ist der Ort, an dem man immer irgendeine Wahlmöglichkeit hat. Meist sogar mehrere. So eine Art Freiheit, so mangelhaft die auch sein mag. Und keine Ahnung warum, aber aus irgendeinem Grund finde ich das besser.
Im Tod dagegen gibt es überhaupt keine Wahl mehr. Wie kannst du dir das nur als Befreiung vorstellen. Was soll das mit Freiheit zu tun haben. Das ist das Ende jeder Freiheit. Der Tod kommt ganz von selbst und früh genug. Der braucht dich nicht für seine Geschäfte. Der hat dir nichts zu geben. Der ist der ultimative Drecksack. Wenn du es dir mit mir nicht ernsthaft verderben willst, Baby, hältst auch du dich von dem fern.
Und komm mir nicht mit "naja, mit dir wär ich schon bereit, noch eine Weile zu leben". Das klingt wie: Wenn du lieb zu mir bist, zünde ich vielleicht eine Weile lang keine Ausländer an. Oder wie: Wenn ich ein ganz ganz großes Eis bekomme, nehme ich auch einen Löffel Lebertran. Keine Chance.
Überzeug mich, dass du leben willst, egal ob mit sonem coolen Typen wie mir oder ohne. Noch so mindestens dreißig, vierzig Jahre. So lange will ich übrigens auch noch hier sein. Mindestens.
Und wenn du mich soweit hast, dass ich dir das abnehme: Dann können wir gerne sehen, was wir gemeinsam Tolles auf die Beine stellen können. Ich könnte mir da einiges vorstellen.
Aber erst steigst du bei diesen Nazis aus. Jetzt gleich. Ich sag das nur einmal. In dem Punkt bin ich Antifa.
Senator Arepo - 24. Apr, 23:25
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